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Schönes steigert Wert – der Sommer 2017

Mit “Gastgeben auf Vorarlberger Art”, dem Markenthema “Augenweide” und passenden Urlaubsangeboten in den Destinationen die regionale Wertschöpfung steigern.

Nach einem Allzeithoch im vergangenen Sommer mit fast 1,2 Millionen Gästeankünften bzw. einem Plus von 4,7 Prozent und einem beachtlichen Übernachtungsergebnis von 3,9 Millionen (+ 6,5 Prozent) blicken die Vertreter_innen der Vorarlberger Tourismusbranche optimistisch auf den Sommer 2017.

“Nach einer Steigerung von 35 Prozent bei den Gästeankünften innerhalb der letzten zehn Sommersaisonen und 15,5 Prozent bei den Übernachtungen dürfen wir auch für den diesjährigen Sommer viel Positives erwarten”, so Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser bei der Pressekonferenz am 22. Mai in Dornbirn.

Für die Bilanz der Wintersaison 2016/2017 fehlen zur Zeit noch wenige Details, es zeichnet sich jedoch folgendes Ergebnis ab: Von November 2016 bis April 2017 wurden 1.203.727 Gästeankünfte (-1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und 4.890.479 Übernachtungen (-4,4 Prozent) gezählt. Aufgrund der späten Osterferien verzeichnet die Landesstelle für Statistik im April 140.000 Gästeankünfte (+37 Prozent) und 495.000 Nächtigungen (+66 Prozent). Dank diesem sehr guten Aprilergebnis hat es der Winter 2016/2017 nun doch noch unter die Top 3 bei den Übernachtungen und auf den zweiten Platz bei den Gästeankünften im Zehnjahresvergleich geschafft. Details folgen nach der Endauswertung in wenigen Tagen.

Indikatoren aus der aktuellen Marktforschung liefern ein positives Bild für die kommende Sommersaison: Am Hauptmarkt Deutschland ist die Reiselust weiterhin hoch. Besonders Kurzreisen liegen im Trend und werden immer häufiger gebucht. Dies berichtete die deutsche Forschungsgemeinschaft FUR auf der ITB Anfang März in Berlin. Vorarlberg profitiert hier als beliebtes Kurzreiseziel, insbesondere aus den süddeutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern aber auch aus anderen Regionen im Nahraum.

Positionierungsarbeit für Urlaubsmarke Vorarlberg zeigt Erfolge
Auch die Imagewerte der Urlaubsmarke Vorarlberg haben sich in jüngster Zeit gut entwickelt. Die regelmäßig durchgführten Befragungen der deutschen Reiseanalyse zeigten 2016 signifikante Veränderungen in Bezug auf zwei Assoziationen, die zum Urlaubsland Vorarlberg genannt werden: “regionale Küche” und “gastfreundliche Bevölkerung” haben über zehn Prozent an Bedeutung dazugewonnen, während andere Imagefaktoren, wie beispielsweise “Aktivität in den Bergen”, “Skifahren” etc. gleich hoch und stabil geblieben sind. Diese zwei Themen sind für die Positionierung der Urlaubsmarke Vorarlberg tatsächlich entscheidend und werden in der Kommunikation auch weiterhin Zugpferde sein. Vorarlberg Tourismus und die sechs Destinationen arbeiten hier gut zusammen und peilen gemeinsam zwei Stoßrichtungen an: Die Steigerung der regionalen Wertschöpfung und die Internationalisierung der Gästestruktur.

Im Netzwerk gemeinsam weiterkommen
Um die genannten Stoßrichtungen effizient verfolgen zu können, arbeiten Tourismusorganisationen, Tourismusbetriebe und Gastgeber_innen im Netzwerk auf Augenhöhe zusammen. “Gastgeben auf Vorarlberger Art”, das Unternehmerprogramm der Tourismusstrategie 2020, ist nach der Pilotphase im vergangenen Jahr nun seit Beginn dieses Jahres offiziell auf Schiene. Rund zehn Veranstaltungen haben seither stattgefunden bzw. sind aus Eigeninitiative der Netzwerkteilnehmer entstanden. Beim Einstiegsworkshop Anfang Mai im Montafon waren rund 70 Teilnehmende aus der Hotellerie, der Gastronomie, aus den Tourismusorganisationen und anderen Tourismusbetrieben mit großem Engagement dabei. Gemeinsam ging man der Frage nach, was die „Zukunft auf Vorarlberger Art“ bedeutet. Christian Schützinger, der als Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus das Programm in die Bahnen gelenkt hat, meinte dazu: „Selbstbestimmt den eigenen Weg gehen, offen sein für Neues und mit natürlichen Ressourcen sorgfältig umgehen”. Ein wichtiges Bild sei in diesem Zusammenhang die Tourismusmanufaktur, in der Qualität und Innovationskultur einen hohen Stellenwert hätten. In diesem Sinn wird man auch in den kommenden Wochen und Monaten im Netzwerk zusammenarbeiten. Dies entspreche den zentralen Aufgaben von Vorarlberg Tourismus, meint Schützinger: „Netzwerkknoten nach innen und Marketingdrehscheibe nach außen sein“.

Zielgruppe zeigt Geschmack
Letzteres wird jedes Jahr mit einem Markenthema fokussiert. Nach “Baukultur”, “In Bewegung”, “Genießen” heißt es in diesem Jahr “Augenweide” – ein Ganzjahresthema, das die Zielgruppe der Marke Vorarlberg in ihrer Sensibilität für Ästhetik und hochwertige Gestaltung anspricht. Zahlreiche Geschichten rund um unvergessliche Landschaftserlebnisse, besondere Plätze und Kulturprojekte zeigen die vielen Facetten der Schönheit des Landes. Authentische Reportagen bringen die Stärken des Urlaubslandes auf den Punkt. Neben einem Markenmagazin arbeitet Vorarlberg Tourismus mit einer Palette aus Content Marketing, persönlichen Kontakten mit Multiplikatoren, Social Media, klassischer Pressearbeit oder etwa gemeinsamen Kampagnen mit der Österreich Werbung und den Destinationen.

Berge ziehen
Von der Schönheit der Alpinlandschaft erzählt beispielsweise die Geschichte der jungen Hüttenwirte am Formarinsee im neuen Vorarlberg- Magazin. Einige Destinationen greifen die Anziehungskraft der Berge ebenfalls auf. Beispielsweise arbeitet Montafon Tourismus schon seit vielen Jahren an der Entwicklung von passenden Urlaubsprodukten. Die “Faszination Rätikon” steht in diesem Jahr neu im Zentrum der Kommunikation.

Insgesamt wird das Alpental von drei Gebirgsketten – Rätikon, Verwall und Silvretta – begrenzt und weist deshalb auf kleinster Fläche eine beeindruckende geologische Vielfalt auf. Markierte Wanderwege, beschilderte Mountainbike-Strecken, unterschiedliche Klettersteige, Themenwege und die interaktive Montafoner Theaterwanderung „Auf der Flucht“ zeigen die Faszination Rätikon auf. Gemeinsam mit einem einheimischen Berg- und Wanderführer oder Mountainbikeguide wird die Erkundung noch einmal spannender. Interessante Geschichten aus der Vergangenheit, wissenswerte Fakten, witzige Anekdoten oder ein persönliches Gespräch sorgen für eindrückliche Erlebnisse.

Kultur und Natur bestärken sich
In Lech ist die alpine Landschaft und ihre Ästhetik ebenfalls ein zentrales Element der Sommersaison. Der auf über 1.450 Meter gelegene Ort ist einer der weltweit renommiertesten und traditionsreichsten Wintersportorte. In den letzten Jahren hat sich Lech speziell im Sommer mit hochkarätigen Kulturveranstaltungen auch bei neuen Gästeschichten etabliert. Mit der Landschaftsinstallation Horizon Field von Antony Gormley kam 2010 bis 2012 erstmalig auch ein großes Projekt zeitgenössischer Kunst nach Lech, das nicht nur bei Gästen und Einheimischen begeistert aufgenommen wurde, sondern auch eine enorme internationale Strahlkraft bewies. Lech bekennt sich zur Stärkung von qualitätsvoller Kunst und Kultur. Das Projekt Skyspace Lech ist eine große Chance, diesem zukunftsorientierten Weg im wahrsten Sinn des Wortes einen Leuchtturm voran zu stellen. Der geplante Skyspace in Lech wird vor allem durch seine Verortung in einer der schönsten Berglandschaften weltweit eine besondere Kontextualisierung erfahren. Was am Boden geschieht, mag gestaltbar sein. Der Blick wird auch hier jedoch zum Himmel und damit ins Unbestimmte führen.

Bregenzer Festspiele inszenieren „Carmen“
Am anderen Ende Vorarlbergs – in Bregenz – wird im Rahmen der Bregenzer Festspiele die Oper „Carmen“ von George Bizet inszeniert. Die Geschichte voll glühender Leidenschaft und ein monumentales Bühnenbild bringen vom 19. Juli bis 20. August 2017 das Flair Andalusiens in die Bregenzer Bodensee-Bucht, erwartet werden insgesamt mehr als 200.000 Besucher. Die Wertschöpfung für die Region ist beachtlich: 5,5 Prozent der Besucher verbinden mit dem Festspielbesuch einen Tagesausflug, 25 Prozent einen Kurzurlaub mit mindestens einer Übernachtung. 6 Prozent der Besucher verbinden mit dem Festspielbesuch ihren Sommerurlaub, also mehrere Tage oder Wochen.

Innovative Ideen rund um die Digitalisierung
Im Hier und Jetzt spielt sich hingegen ein neues, innovatives Produkt von Bodensee-Vorarlberg-Tourismus ab. Die Online-Plattform JETZT begleitet Gäste, ausgewählt nach Wetter und Tageszeit, zu Tipps und Lieblingsplätzen in der Region Bodensee-Vorarlberg. Gäste können Kategorien auswählen oder auf das Gesamtangebot zugreifen. Es werden dann, einem Algorithmus folgend, Tipps für Aktivitäten (Restaurantvorschläge, Ausflugsziele, Shoppingtipps,…) die genau JETZT erlebt werden können, gegeben. Eine Wishlist hält die Tipps, die mit einem „Gefällt mir“ markiert worden sind, gelistet. So kann auch später wieder darauf zurückgegriffen werden. Digitalisierung ist auch bei Vorarlberg Tourismus die zentrale Herausforderung der vergangenen Jahre sowie der kommenden. Christian Schützinger: “Anforderungen der digitalen Welt durchdringen unser gesamtes Handeln und verstärken damit unsere Absicht, eine virtuelle Cloud für das Tourismusland Vorarlberg zu entwickeln.” Besonders im Hinblick auf die weitere Zunahme von Kurzreisen wären aktuelle digitale Informationen auf allen Ebenen des Tourismussystems unumgänglich. Aktuelle Forschungsergebnisse (ITB Berlin, dt. Reiseanalyse) berichten, dass bei 66 Prozent der Kurzreisen die Planung auf digitalen Informationen beruht.

Familienfreundliche Angebote
Sämtliche Destinationen bieten attraktive Angebote für Familien. Ganz speziell die Alpenregion Bludenz hat sich Gedanken gemacht, was Familien in ihrem Urlaub wirklich brauchen. Neben einem Familienforum im Oktober gibt es dazu beispielsweise den neu entwickelten Tier-Welten-Weg. Er führt in rund 1,5 Stunden Gehzeit von der Alpe Parpfienz bis ins Palüd und soll Kinder für die heimische Tierwelt sensibilisieren. An interaktiven Stationen können sich kleine und große Naturforscher im Winterbau von Murmeltieren verstecken, Teil der Bienen GmbH werden oder mehr über die Lebenswelt von Greifvögeln und Eulen erfahren. Ausgangspunkte sind entweder die Bergstationen der Dorfbahn oder der Palüdbahn.

Regionalität erlebbar machen
Auf dem Bauernhof von Familie Metzler in Egg können Besucher ab diesem Frühjahr neben dem Schaustall, in dem Kühe und Ziegen leben, auch die Produktion von Naturkosmetik in einem neuen Gebäude mit Besuchergalerie besichtigen. Von der offenen Galerie hört, sieht und riecht man, wie aus Molke, Heilpflanzen und hochwertigen Essenzen Kosmetik- und Pflegeprodukte entstehen. Qualitätsvolles und Einfallsreiches zu bieten ist die oberste Devise für Vorarlbergs Gastgeber. Das spürt und schmeckt man auch und ganz besonders beim Essen und Trinken. Wo immer es möglich ist, stammen die Zutaten von Landwirten und Manufakturen aus der Region. Genuss-Schauplätze und Anlässe gibt es in reicher Zahl. Wer sich selbst im Kochen oder Sennen versuchen will, findet eine Reihe von Möglichkeiten. Im Kleinwalsertal startet man die Saison beispielsweise mit Genusstagen Ende Mai.

Übrigens: Die Vorarlberger_innen waren im letzten Sommer besonders gute Gäste im eigenen Land – sie machten ein Viertel aller österreichischen Gäste aus.

Eine Videoreportage zur heutigen Pressekonferenz sehen Sie HIER.

www.vorarlberg.travel