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Letztes UpdateMo, 15 Okt 2018 2pm

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Fußball-Europameisterschaft 2024: Kann Österreich vom Ausrichter Deutschland profitieren?

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 findet in Deutschland statt. Damit bekommt das Nachbarland nach der Weltmeisterschaft 2006 bereits zum zweiten mal in „kurzer“ Zeit den Zuschlag für die Ausrichtung eines Großen Sportevents. Obwohl es mit München und Stuttgart nur zwei Spielorte im Süden Deutschlands geben wird, kann man einen positiven Einfluss auf den Tourismus in Österreich nicht ausschließen.

Sport und Urlaub kombiniert
Für Fußballfans bietet solch eine Großveranstaltung häufig die Möglichkeit, den Sport mit Erholung und Urlaub zu verknüpfen. Beispielsweise kann der Besuch von einem oder mehreren Spielen mit einem Abstecher in naheliegende Urlaubsgebiete kombiniert werden. Da Österreich ja auch ohne den Fußball im Nachbarland ein beliebtes Ziel ist, könnte die Europameisterschaft einen zusätzlicher Anreiz darstellen. Mit München und Stuttgart sind zwar nur zwei der insgesamt zehn Spielorte im Süden Deutschlands angesiedelt. Allerdings ist gerade München ja besonders für die grenznahen Regionen gut erreichbar.

Wenn man zudem bedenkt, dass sich Urlauber von anderen Kontinenten – wenn die Wahl auf Europa fällt – häufig für mehrwöchige Reisen, die verschiedene Länder beinhalten, entscheiden, sollte solch ein Großereignis in einem Nachbarland sicherlich kein Nachteil sein. Sowohl Salzburg als auch Innsbruck sind von München aus in weniger als zwei Stunden zu erreichen und damit realistische Ziele für Tagestrips.

Großveranstaltungen zum Mitfiebern
Ähnlich wie beim Trainingslagertourismus, könnte auch die Tatsache, dass Deutschland Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft 2024 ist, positive Auswirkungen auf den österreichischen Tourismus haben. Großveranstaltungen wie Welt- oder Europameisterschaften sorgen in der Regel ohnehin für Euphorie. Fan-Feste, Public Viewing oder andere sportbezogene Events ziehen häufig große Menschenmassen an. Wenn man bedenkt, dass es während der WM in Russland auch ohne österreichische Beteiligung zahlreiche öffentliche Veranstaltungen gab, sollte ein Turnier in Deutschland – dann hoffentlich mit Österreich im Teilnehmerfeld – ein umso größeres Interesse wecken. Das Mitfiebern findet dieser Tage nicht nur an den Orten des Geschehens selbst statt, sondern ist auch zunehmend durch clevere Technologie von überall aus zugänglich. Fußball ist bekanntlich die beliebteste Sportart der Welt und damit auch sehr attraktiv für Anbieter von Live Wetten. Gerade Sportereignisse, die nur alle vier Jahre stattfinden, entfachen eine große Euphorie bei Fans aus allen Ländern und Kontinenten.

Geografische Nähe als Vorteil
Die geografische Nähe könnte im Idealfall auch dazu führen, dass das eine oder andere Teilnehmerland sein EM-Quartier nahe der deutsch-österreichischen Grenze aufschlägt. Die Nationalmannschaft Togos weilte beispielsweise während der Weltmeisterschaft 2006 in Wangen im Allgäu. Außerdem sind Trainingslager in Österreich selbst zur Vorbereitung auf das Turnier durchaus realistisch. Für Vereinsmannschaften inklusive europäischer Spitzenclubs sind Trainingslager in Österreich keine Seltenheit mehr. Wenn man sich die Beliebtheit des sogenannten Trainingslagertourismus anschaut, könnten Hotels und Gaststätten sogar vor dem Start der EM vom Turnier in Deutschland profitieren.

Das Turnier ist zwar lediglich ein Zukunftsthema und mögliche positive Einflüsse auf Nachbarländer aktuell mehr Spekulation als Vorhersage. Nichtsdestotrotz kann man behaupten, dass ein Nachbarland mit guter Infrastruktur und der logistischen Expertise und Erfahrung, die zur Austragung einer solchen Großveranstaltung nötig sind, ganz sicher nicht von Nachteil ist.