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Letztes UpdateMi, 11 Dez 2019 1pm

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Airbnb, Paris & Olympia: Beziehungsstatus „Es ist sehr kompliziert!“

Paris hält Olympische Spiele ab und verklagt Airbnb, dann schließt das IOC einen Kooperationsvertrag ausgerechnet mit der Plattform ab, die Fair Play sehr originell interpretiert.

„Das Internationale Olympische Komitee setzt sportlich wie moralisch hohe Standards. Die heißt es auch selbst einzuhalten im Sinne der Glaubwürdigkeit“, hinterfragt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), den Sponsorenvertrag mit Airbnb: „Die anonymen Accounts der Sharing Economy sind für Steuerhinterzieher in aller Welt ein Elfmeter ohne Tormann: eine neue Disziplin bei den Olympischen Spielen in Paris?“

Provokation sondergleichen
„Es ist kein Zufall, dass die Pariser Bürgermeisterin Hidalgo zur Ikone des Kampfs für eine faire Sharing Economy wurde: Dort ist Wohnraum rar und künstliche Verknappung das letzte, was die Einwohner brauchen“, ist Reitterer über diese Provokation verwundert. Paris mit hohen Wohnkosten, die durch ausufernde Wohnraum-Vermietung an Touristen sicher nicht sinken, sei das beste Beispiel dafür, wie Sharing nicht funktionieren kann.

Fraglicher Deal
Sich zu jemandem ins Bett zu legen, gegen den sein Gastgeber aus gutem Grund rechtlich vorgeht, sei „mehr als originell“. Dass der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees die irreführende Diktion von Airbnb übernimmt (es sei „normal, dass disruptive Unternehmen reguliert werden müssten, dies geschehe im Dialog mit Städten und Ländern"), wundert Reitterer nicht: „Das ist wohl part of the game.“ Airbnb profitiere freilich immens vom Imagetransfer, das IOC wohl von einem „hoffentlich sehr, sehr hohen Betrag“. Ob die Stadtbewohner auch profitieren, sei fraglich.

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