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Letztes UpdateFr, 03 Jul 2020 10am

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ÖHV: Mit Zuversicht und Konjunkturoffensive in den Tourismus-Sommer

Als wichtige Unterstützung für die Hotels im Ländle sieht ÖHV-Vorarlberg-Vorsitzende Ladurner-Strolz die heute beschlossene Hilfe des Landes.

Merkliche Lohn- und Umsatzsteuersenkungen als Herzstück des Konjunkturpakets können Stimmung und Arbeitsplätze retten.


„Die EZB hat ihr Corona-Konjunkturpaket auf 1,35 Billionen Euro erweitert, Deutschland ein eigenes, beeindruckende 130 Mrd. Euro schweres vorgelegt. Österreich wird von beiden profitieren, aber wir wollen nicht Passagier sein. Gestalten wir aktiv wohin die Reise in Österreich geht“, erwartet ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer von der Regierungsklausur ein auf Österreichs hohe Tourismusintensität und KMU-Dichte hin maßgeschneidertes Konjunkturpaket: „Je mehr Unternehmen, die ohne Corona wettbewerbsfähig wären, wir nun aus der Krise führen, umso mehr Arbeitsplätze retten wir“, skizziert sie die Erwartungen der Branche.

Neue Normalität mit schwerem Schuldenrucksack
Erste Erfolge der Lockerungsmaßnahmen wie die Rückkehr von 200.000 Kurzarbeitern in die Betriebe will Reitterer weder kleinreden noch überinterpretieren: „Jeder gerettete Arbeitsplatz ist eine gute Nachricht. Doch viele Ferien- und noch mehr Stadthotels haben einen beschwerlichen Weg vor sich und schleppen schwere Schulden mit. „Die von der Regierung angekündigte Verlängerung des Fixkostenzuschuss, ein Kreditmoratorium und die Möglichkeit eines Verlustrücktrags für das Jahr 2020 sind zu begrüßen“, so Reitterer zur Aufnahme der ÖHV-Forderungen.

Wie das Maßnahmenpaket für den Tourismus und die Konjunkturoffensive im Detail aussehen wird, entscheidet, wie viele Arbeitsplätze es in den nächsten Monaten wieder geben wird. Aus Sicht der Tourismusbranche braucht es einen effektiven Maßnahmenmix:

1. Kurzarbeit flexibilisieren und für schwer getroffene Branchen bis 2021 verlängern
2. Verlustrücktrag und Kreditmoratorium ermöglichen, Fixkostenübernahme verlängern und auf investitionsintensive UiS ausweiten, gewinnabhängig rückzahlbare Zuschüsse lt. WIFO-Vorschlag, Pacht/Leasing aussetzen
3. Lohn- und Umsatzsteuer merklich senken
4. Eigenkapital bereitstellen und stärken etwa durch Aufwertung von Betriebsvermögen
5. Abschreibungsdauer ab 2021 an betriebliche Nutzungsdauer binden
6. Betriebsübergaben steuerlich erleichtern, Exitszenarien für Verlustbetriebe optimieren, Umwandlung von Hotelimmobilien in Wohnraum/Mitarbeiterhäuser fördern

Urlaub im Inland boomt, Reitterer will auch Unentschlossene überzeugen
Die Unternehmen selbst geben alles, um die Krise zu überstehen: „Die Tourismusregionen überzeugen mit Qualitätsversprechen und Hygienestandards“, streicht die Branchensprecherin die Anstrengungen samt Unterstützung von Österreich Werbung, Landestourismusorganisationen und Tourismusverbänden hervor: „Da sind wir auf einem guten Weg, haben aber noch viel vor“, so Reitterer. Die Wiedereröffnung ist in vielen Fällen, vor allem in den Ferienregionen, positiv verlaufen. Schwieriger gestaltete es sich in den Städten: Die Betriebe haben mit niedrigen Auslastungen zu kämpfen, eine Situation, die sich auch nicht so bald ändern wird. Hier braucht es maßgeschneiderte Hilfsangebote für die Unternehmen. Generell ist die Nachfrage nach Urlaub in Österreich aber gut: Laut Analyse von ÖHV und WIFO verbringen 2/3 der Österreicher, die auch im Vorjahr auf Urlaub waren, ihn heuer im Inland. 1/3 derer, die ihn im Ausland verbracht haben, buchen heuer Österreich – und die Aufenthaltsdauer könnte sich sogar verdoppeln. Selbst das Potenzial von 9% Unentschlossenen sieht Reitterer positiv: „Die werden wir auch noch überzeugen!“

Ein gelungenes Konjunkturpaket als Ergebnis der Regierungsklausur würde doppelt wirken, so Reitterer: „Das Herzstück wäre die Rettung der Arbeitsplätze, doch vergessen wir dabei eines nicht: In der Gesamtwirtschaft ist eine gute Stimmung bekanntlich schon die halbe Miete. Im Tourismus sind es zumindest 80%!“

Die gesamten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier zum Download