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Letztes UpdateFr, 17 Sep 2021 10am

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Frauenpower für den Restart im Tourismus

Beim Get-together „Frauenpower im Tourismus“ traf sich das Who’s who der weiblichen Führungskräfte im heimischen Tourismus, um sich über Restart-Strategien, Kooperationen und Frauenförderung auszutauschen.

Sechs Spitzenvertreterinnen der heimischen Tourismusbranche trafen sich Mitte Juli zum Get-together „Frauenpower im Tourismus“: Sonja Buocz-Lamatsch (Vorstandspräsidentin Board of Airline Representatives, BAR; General Manager Austria & VP Central and Eastern Europe, Aviareps), Eva Buzzi (Vorstandsmitglied des Österreichischen Reiseverbands; GF Rail Tours Touristik), Yvette Polasek (Präsidentin Corps Touristique Austria; Direktorin CzechTourism Österreich & Schweiz), Phillies Ramberger (Präsidentin des Österreichischen Vereins für Touristik, OETV; GF Pur Touristik), Michaela Reitterer (Präsidentin ÖHV; Inhaberin Boutiquehotel Stadthalle) und Lisa Weddig (Geschäftsführerin der Österreich Werbung); gemeinsam diskutierten sie ihre Erfolgsmodelle in Sachen Kooperation und innovative Ansätze in puncto Führung – ein Bereich, der auch Covid-bedingt völlig neue Kollaborationsmodelle beschleunigt hat.

Frauen in Führungspositionen – Leadership im Tourismus
Leadership stand im Zentrum der Diskussion: Wie qualifizieren wir mehr Frauen für Führungspositionen in der Tourismusbranche? Wie wichtig ist Leadership gerade jetzt? Im Vergleich mit anderen Sektoren gibt es im Tourismus eine hohe Frauenquote in den Führungsetagen. Gerade jetzt zählen weiblich-konnotierte Führungsqualitäten wie die stark ausgeprägte Kommunikations- und Sozialkompetenz, geht es doch darum, Teams nach einem langen, erzwungenen Stillstand rasch wieder ins Tun zu führen und in nach wie vor unsicheren Zeiten mit Spirit und Motivation zu punkten. Ebenfalls standen auf der Agenda: Welche Qualitäten, welche neuen Formen der Zusammenarbeit braucht es, um den heimischen Tourismus zukunftsfit zu machen? Agilität in den Strukturen und Mut als Qualität im Mindset als zwei von vielen Anforderungen, die weiter ins Zentrum rücken werden. Die Gestaltung der bestmöglichen Arbeitsbedingungen wird ebenso zukunftsentscheidend sein wie Qualifizierungsmaßnahmen, die bessere Karriereverläufe ermöglichen.

Neue Formen der Kooperation
Die Initiatorinnen werden ebenfalls verstärkt um mehr Kooperation innerhalb des österreichischen Tourismus werben. Dabei geht es um Fragestellungen wie: Wie können Institutionen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Mitglieder besser und breiter unterstützen? Oder: Wie kommt man zu mehr Teilhabe und Interaktion? Mit dem erfolgten Kick-off wurde dazu ein erster Schritt gesetzt, der Austausch zu diesen Themen weitergeführt und verstärkt. Auf weitere Mitstreiterinnen – starke weibliche Stimmen in einer der wichtigsten Branchen Österreichs – gehen die Proponentinnen in den kommenden Monaten aktiv zu. Die Themenstellungen werden sich agil an die jeweils aktuellen Herausforderungen für Frauen im Tourismus anpassen.

Phillies Ramberger:
„Mindset gewinnt immer größeren Stellenwert, speziell bei uns Frauen spielt der Mindset eine vorrangige Rolle. Durch weibliche Empathie gelingt den Frauen in Führungsetagen klassisches Fachwissen mit dem persönlichen Mindset nicht nur zu vereinbaren, sondern um zusätzliche Komponenten auch zu erweitern und verstärken. Ich freue mich sehr, dass jetzt sechs Frauen und leidenschaftliche Touristikerinnen die Zügel des Tourismus in Österreich in Händen halten. Unser erster Kick-off war sehr innovativ und bereichernd“.

„Mit den Kolleginnen der Verbände und Institutionen werden wir uns auf engere Kooperationen fokussieren. Hier ist noch viel Potenzial – der Tourismus funktioniert wie ein Uhrwerk, die einzelnen Räder greifen ineinander. Als Stakeholder und Vertreter des Tourismus werden wir den Restart des Tourismus agiler, innovativer und nachhaltiger vorantreiben. Durch diese Kollaboration profitieren wir von uns gegenseitig und können dadurch unsere Mitgliedsbetriebe/Mitglieder bestens unterstützen. Mit dem heutigen ersten Kick-off wurde der Grundstein für eine produktive Zusammenarbeit auf Metaebene gelegt. Es gibt noch viele Herausforderungen, auf die wir uns gemeinsam freuen. Auf geht's!“

Yvette Polasek:
„Ich freue mich sehr über diese besondere Initiative im österreichischen Tourismus. Aus der Sicht von Corps Touristique Austria (CTA) wird hier ein Thema aufgegriffen, das uns seit Jahren sehr am Herzen liegt und uns seit Jahrzehnten begleitet. Dies spiegelt sich zum Beispiel in der Vorstandszusammensetzung der letzten Jahrzehnte wider. Dieses Anliegen wird auch von der Tatsache unterstrichen, dass von 32 Tourist Boards 19 von Frauen geleitet werden (59,4 Prozent). CTA hat bereits in der Vergangenheit immer wieder bei seinen Projekten Themen aufgegriffen, die Frauen ein Bedürfnis sind, dies zeigt sich u. a. in der Themenwahl der CT-Broschüren.“

„Wir möchten bewusst unsere multikulturelle Zusammensetzung, die unterschiedliche Sichtweisen und Zugänge mit sich bringt, nützen, um den regen Austausch mit der österreichischen Branche weiter zu verstärken und so den Trade-Bereich besser zu unterstützen. Ein Schwerpunkt ist hier insbesondere junge, engagierte Frauen zu fördern und ihre Qualifikationen verstärkt in den Blickpunkt zu rücken, u.a. bei den CT-Awards.“

Eva Buzzi:
„Leider hat sich in der obersten Managementebene auch im Tourismus noch nicht allzu viel geändert: Frauen auf dem Weg nach oben stoßen noch immer an eine gläserne Decke und oft ist diese sogar aus Plexiglas.“

„Wer hätte denn mehr Verständnis für die Notwendigkeit von flexiblem, agilem Arbeiten als Frauen mit der vielzitierten Doppel- und Dreifachbelastung? Lassen wir uns darauf ein – es zahlt sich aus!“

Michaela Reitterer:
„Vieles, was heute in weiten Teilen der Wirtschaft state of the art ist – Online-Bestellungen, Bewertungsplattformen, die Sharing Economy – hat schon vor Jahren über den Tourismus, eine der innovativsten und dynamischsten Branchen überhaupt, den Weg in unsere Büros und Wohnzimmer gefunden. Fast genauso lange setzen wir die Benchmarks in Sachen Frauenpower in Führungsetagen und Karrierechancen für junge Frauen: Auch bei diesem Megatrend sind wir anderen Branchen weit voraus!“

Sonja Buocz-Lamatsch:
„Ich finde es eine großartige Idee, die Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden im Tourismus zu intensivieren und zu vertiefen. Ich bin überzeugt, dass es noch viel Potenzial zu einer wesentlich intensiveren Zusammenarbeit im Interesse aller Branchenteilnehmer gibt, Möglichkeiten, wie wir uns noch besser verzahnen können, was schlussendlich zum Vorteil unserer aller Mitglieder ist. Wir werden diese Pandemie überwinden, aber nur gemeinsam sind wir wirklich stark und können den Herausforderungen dieses ,Neu-Starts‘ im Tourismus somit bestmöglich begegnen.“

„Speziell der Tourismus ist sehr stark weiblich besetzt und es ist mir ein großes Anliegen, nicht nur junge Branchen-Kolleginnen zu fördern und meine Erfahrungen zu teilen, sondern auch gerade in Krisenzeiten, wie jetzt in der Corona-Pandemie, ist meines Erachtens das ,Zwischenmenschliche‘ besonders wichtig. Und ich bin der Meinung, dass speziell in emotional schwierigen Zeiten, weibliche Führungskräfte dafür häufig die besseren Voraussetzungen mitbringen. Und daher empfinde ich den Austausch mit meinen Kolleginnen in diesem Kreis als besonders wichtig und wertvoll – gerade in Zeiten wie jetzt.“

Lisa Weddig
„Wir brauchen in der Tourismuswirtschaft junge, mutige, gut ausgebildete Frauen, die international tätig sein möchten. Der österreichische Tourismus wird in den kommenden Jahren in der Digitalisierung genauso gefordert sein, wie im internationalen Wettbewerb. Österreich muss seine gute Position weiter ausbauen und sich behaupten. Notwendig dafür sind neue Formen der Kooperation, hohe soziale Kompetenz und Leistungsbereitschaft. Eigenschaften, die insbesondere weibliche Führungskräfte mitbringen. Dass Frauen auch mutiger werden, sich großen Verantwortungen zu stellen, möchte ich unterstützen. Daher ist mir eine moderne, agile Unternehmenskultur genauso wichtig, wie die zielgerichtete Förderung von Frauen in Führungspositionen und die Forcierung der Kooperation innerhalb des Tourismussystems.“

www.austriatourism.com