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Am 30. September ist Brausilvester

Der bierige Brauch reicht bis ins Mittelalter zurück. Trotz all der Feierlaune durchlebt Österreichs Brauwirtschaft aktuell wirtschaftlich sehr angespannte Zeiten.

Die Brauereien verzeichneten in der Gastronomie 2020 durchschnittliche Umsatzrückgänge von 35 bis 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommen noch Faktoren wie fehlende Veranstaltungen sowie der schwächelnde Tourismus. Wenngleich sich der Urlaub daheim grundsätzlicher Beliebtheit erfreut, so macht sich das Ausbleiben ausländischer Gäste bemerkbar, konkret im Kongress- und Städtetourismus.
Darüber hinaus sind wir mit einer sehr hohen Biersteuer konfrontiert, die zum Beispiel 2,5 Mal höher als jene in Deutschland ist. Mit dieser diskriminierend hohen Abgabequote muss nun endlich Schluss sein. Gefordert wird eine Halbierung der Biersteuer und als unmittelbaren ersten Schritt eine Anpassung der Biersteuermengenstaffel auf ein in Europa gängiges Maß.

„Das würde speziell unsere mittelständischen Brauereien entlasten, die unter der Pandemie besonders gelitten haben“, betont Florian Berger, Geschäftsführer des Brauereiverbandes.

Brausilvester
Der bierige Brauch hat seinen Ursprung im Mittelalter. Vor vielen hundert Jahren endete nämlich zu Brausilvester das sommerliche Herstellungsverbot von Bier. In den Sommermonaten hätten die hohen Temperaturen dem wärmeempfindlichen Bier zu stark zugesetzt. Die Bierproduktion konnte somit erst Anfang Oktober mit Hopfen und Getreide aus der frischen Ernte wieder aufgenommen werden. So wurde Brausilvester im Lauf der Jahrhunderte zur liebgewonnenen Tradition.

„Für mich ist der 30. September heuer ein besonderer Tag, weil es in meiner Funktion als Geschäftsführer des Brauereiverbandes mein erstes Brausilvester ist. Trotz nach wie vor schwieriger Umstände wollen wir diesen Tag des österreichischen Bieres feiern und unsere gesellschaftlich fest verankerte Bier- und Genusskultur im Bierland Österreich hochleben lassen“, erklärt Berger.

Österreichs Brauwirtschaft erstmals im Burgenland
Seit 1945 findet heuer das größte alljährliche Branchenevent der österreichischen Brauwirtschaft erstmals zu Brausilvester und im Burgenland statt, um das neue Bierjahr einzuläuten. Österreichs östlichstes Bundesland gehörte bis 1921 zu Ungarn und hat damit eine Biergeschichte, die sich an jener von Ungarn orientiert: Dort gab es früher große agrarische Strukturen und kleine Brauereistrukturen. Das Brauerei- und Schankregal war an die Grundherrschaft gekoppelt - das heißt, die in der Regel adeligen Grundbesitzer konnten bestimmen, ob Wein oder Bier getrunken werden sollte. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert gab es daher im heutigen Burgenland eine Vielzahl kleiner Brauhäuser, die abhängig von der Weinernte mal eher recht und mal eher schlecht floriert haben. Diese kleinen Brauereien, die nicht auf dem heutigen burgenländischen Gebiet lagen, sind dann von den größeren gewerblichen Brauereien im städtischen Bereich verdrängt worden.

Erst 1990 wurde nach 107 Jahren ohne Brauerei im Burgenland die alte Tradition wieder aufgenommen, als die erste kleine Brauerei in Eisenstadt eröffnet worden ist. Drei Jahrzehnte später gibt es nun wieder ein Dutzend Braustätten, die ein lebendiger Beweis dafür sind, dass Bier durchaus seine Berechtigung in einem Weinland hat.Trotz der erschwerten Umstände erzielten die österreichischen Brauereien 2020 einen Umsatz von mehr als 1,4 Mrd. €. Die Steuern auf Bier brachten 2020 dem Staatshaushalt rd. 700 Mio. € ein. Die Branche beschäftigt rd. 3.700 bestqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Jeder Job in einer Brauerei generiert zudem 17 weitere Arbeitsplätze – zwei in der Landwirtschaft, zwei im Handel und 13 in der Gastronomie.

www.bierland-oesterreich.at