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Vulcano Schinkenmanufaktur: Vom anderen Zugang zum Fleischkonsum

Bettina Habel, Vulcano über Tierwohl und die Herstellung von Qualitätsfleisch im Spannungsfeld zur Billigfleisch-Produktion, wie sie immer wieder von Tierschutzeinrichtungen – aktuell von 4 Pfoten Österreich – kritisiert wird.

Sie haben Auslauf und Schattenplätze im Freien und viel Platz, um sich zu bewegen. Darüber hinaus bekommen sie bestes Futter aus eigener Landwirtschaft oder von qualitätsvollen und immer wieder evaluierten Lieferanten. Denn nur aus „glücklichen“ Schweinen können in Folge beste Schinken und sonstige "Schweinereien" entstehen.

Vulcano vermarktet schon seit vielen Jahren seine Produkte ausschließlich über die Qualitätsschiene. Was in der Qualitätsgastronomie weltweit und im spezifischen Einzelhandel sehr gut ankommt, erweist sich jedoch im breiten Markt mitunter sehr schwierig zu platzieren. Vulcano-Erzeugnisse und die anderer Qualitätsproduzenten werden dort immer nur über den Preis und nicht die Qualität mit Produkten von billigen Anbietern verglichen.

Der Denkansatz sollte eben sein, dass Konsumenten weniger Fleisch in höherer Qualität zu einem angemessen höheren Preis konsumieren, wenn man noch bessere Haltungsbedingungen forcieren möchte. Denn eine Haltung nach Tierwohl Kriterien ist nur finanzierbar, wenn der Landwirt auch einen dementsprechenden Preis dafür erhält.

Im Biobereich hat jeder Konsument eigentlich die Möglichkeit, Fleisch von Tieren aus einer besseren Haltung zu genießen. Diese Produkte, dieses Fleisch, das aus einer Haltung mit höherem Aufwand kommt, braucht auch Konsumenten, die bereit sind, dafür mehr zu bezahlen.

In der traditionellen Landwirtschaft ist es für Landwirte momentan nicht möglich, unter komplettem Verzicht auf Spaltenböden, dafür mit Stroheinstreu etc. wirtschaftlich, zu den aktuell marktüblichen Preisen, produzieren zu können.

Bettina Habel dazu in diesem Zusammenhang: „Solche Themen aufzugreifen, wie es aktuell die „4 Pfoten“ tun, finde ich sehr gut und wichtig. Was ich bedenklich finde, ist zu polemisieren, und Landwirte schlecht zu machen, weil sie Tiere z.B. auf Spaltenböden halten. Denn diese Haltung hat es möglich gemacht, dass Fleisch überhaupt so günstig produziert und vermarktet werden kann.

Genau das ist jedoch an dieser Stelle zu hinterfragen. Es geht darum, in diesem Bereich ganzheitliches Denken auf Seiten der Konsumenten zu schaffen, um auf breiter Ebene nachhaltige Veränderungen zum Besseren der Tiere und der Fleischqualität realisieren zu können.

Die Frage, die sich weiters in diesem Zusammenhang stellt, lautet: „Was möchte unsere Gesellschaft wirklich?“. Sind wir bereit nur mehr wenig Fleisch zu essen und das aber aus einer guten Haltung zu einem höheren Preis?

Ich freue mich sehr über jeden, der sich mit diesem Thema bewusst auseinandersetzt und für sich den Entschluss fasst, nur mehr Fleisch zu kaufen, das aus vertretbarer Haltung stammt. Denn nur mit einem ganzheitlichen Ansatz geht es uns allen besser.

Frei nach dem Motto: „Du bist was du isst. Sei nicht billig“.

www.vulcano.at